14.05.2026 Planänderung zur Ostseeseite

Zu lange auf Helgoland zu verweilen, birgt die Gefahr des Inselkollers. Zur Marathonvorbereitung waren wir schon recht früh dort und haben dabei vermutlich das gute Wetter aufgebraucht. Für die nächsten Tage steht Starkwind aus nordwestlicher Richtung an, der unangenehmen Seegang entlang der ursprünglich geplanten Route entstehen lässt. Zwischen den Optionen, besonders tapfer zu sein und durch, warten auf besseres Wetter bei Inselkoller oder durch den Nord Ostsee Kanal in die Ostsee zu fahren, haben wir uns für letzteres entschieden. Es ist herrlich so frei und flexibel entscheiden zu können. Somit haben wir die letzten moderaten Bedingungen genutzt, um von Helgoland zurück nach Cuxhaven zu segeln. Damit es sich nicht ganz so falsch anfühlt, wieder an den Ausgangspunkt unserer Reise zurückzukehren, haben wir für die Nacht im benachbarten Amerikahafen festgemacht. Am nächsten Morgen ging es auf der Elbe mit auflaufendem Wasser weiter nach Brunsbüttel. Wind und Strömung ließen uns ordentlich Geschwindigkeit machen, entsprechend früh lagen wir elbseitig vor den Schleusen zum Nord Ostsee Kanal. Genau hier kommt Murphys Law ins Spiel. Als wir uns über Funk bei der Schleuse anmelden, wird uns eine Stunde Wartezeit in Aussicht gestellt. Nicht schön, wir können es aber nicht ändern. Der Wartebereich für Sportboote ist auf dem Wasser. Die Strömungsgeschwindigkeit können wir nur in Motorumdrehungen angeben, da uns zu allem Übel die Logge und das Echolot ausgefallen sind. So stehen wir mit 1200/Umin mit dem Bug im Strom und sehnen die Schleusenöffnung herbei. Mittlerweile haben sich noch weitere Sportboote eingefunden, allerdings hat die Berufsfahrt immer Vorrang. Dies wird besonders deutlich, als ein Tankschiff in Wildwestmanier durch den Wartebereich der Sportboote pflügt, um noch vor uns in die Scheusenkammer einzufahren. Einen Schlenker um die Yachten herum zu fahren war ihm wohl zu umständlich. Als für uns nach knapp 2 Stunden Wartezeit die Einfahrt freigegeben wird, beginnt das Wettrennen der Sportboote um den besten Platz. Diesmal liegt Holland in Führung. Der Skipper scheint ein alter Hase zu sein und erkennt, dass der vor ihm eingelaufene Tanker noch nicht festgemacht hat. Sein Schraubenwasser sorgt für gefährliche Querströmung in der Kammer. Während der Holländer seine leichte Kunststoffyacht mit kurzem Verzögerungsweg aufstoppt, rollen wir, auf Position fünf liegend, das Feld von hinten auf. Unsere 16to Stahl sind selbst bei voller Kraft zurück nicht so schnell zu stoppen wie ein Plastikboot. Wir machen bei diesem Manöver zwei Plätze gut und sind froh, dass es keinen Bruch gegeben hat. Letztes Jahr ist es durch das Schraubenwasser eines Berufsschiffs zu einem schweren Unfall in einer Schleusenkammer gekommen. Die Segelyacht einer renommierten Segelschule hat dabei ihren Mast verloren und dadurch den Skipper verletzt. Für uns ist es unverständlich, dass daraus keine Konsequenzen gezogen wurden. Warum die Einfahrt für Sportboote freigegeben wird, wenn das zuvor eingelaufene Berufsschiff noch nicht festgemacht hat, erschließt sich uns nicht. Das Sportboote im Nord-Ostsee-Kanal als lästiges Beiwerk gelten, wird auch innerhalb der Schleusenkammern deutlich. Zum Festmachen befinden sind schmale Schwimmstege knapp oberhalb der Wasserlinie. Diese bestehen aus glatten Holzbohlen, an denen wiederum Ringe zum Festmachen angebracht sind. Ein Crewmitglied muss also von Bord, eine Festmacherleine durch den Ring ziehen, zurück an Bord und die Leine bootsseitig auf einer Klampe belegen. Der Skipper versucht dabei das Boot dicht am Steg zu halten und den Abstand zum Vordermann so kurz wie möglich zu halten. Eine ganze Menge Aufgaben pro Boot und Crew, die eine Menge Raum für „fuck ups“ geben. Oft liegen dabei die Nerven der Spotbootcrews blank, was zu unschönen Szenen untereinander führt. Diesmal sind alle gut und rücksichtsvoll miteinander umgegangen und wir sind froh, als sich die Tore zum Kanal öffnen. Heute wollen wir noch bis zur Gieselau-Schleuse, einem kleinen idyllischen Rastplatz kurz vor Rendsburg. Dort werden wir abwettern und am Sonntag weiter nach Laboe fahren. So unbeständig wie das Wetter ist auch unsere diesjährige Reiseplanung. Ab Laboe soll es dann erstmal weiter nach Nordengehen. Wohin wird sich zeigen.







09.05.2026 27.Gerolsteiner Helgoland Marathon

Mittlerweile nehmen wir zum dritten Mal an dieser Veranstaltung teil. Ein tolles Event in einzigartiger Atmosphäre. Zeitlich passte es Anfang Mai immer gut zum Auftakt unserer jährlichen Sommerreise. Leider findet dieser Marathon 2027 erst Ende Mai statt, was dann leider nicht mehr in unsere Reiseplanungen passt. Das ganz Besondere an diesem Event ist, dass Tochter Svenja mit Daniel und Dalmatiner Karl auch wieder mit von der Partie sind. Sie nutzen die Tage auf Helgoland zur Erholung vom stressigen Alltag und werden hier mit bestem Wetter belohnt. Die beiden Hunde, Hans und Karl, verstehen sich blendend. Sie genießen es über die Insel zu laufen, im Wasser zu toben und einfach aneinander herum zu kauen. Ein perfektes Familienevent, welches seinen Höhepunkt im Marathon findet. Die 42,195km sind auf der nur 1,7km² großen und 61m hohen Insel auf acht Runden aufgeteilt. Pro Runde sind ca. 75 Höhenmeter zu überwinden, wobei die schlimmste Steigung der so genannte „Düsenjäger“ ist. Dies ist der ca. 200m lange und steile Abschnitt vom Unter- zum Oberland, welcher sich mit jeder Runde steiler und länger anfühlt. Diese Höhenmeter waren es auch, die ab Runde 6 ihren Tribut forderten. Bei Dirk kam der Einbruch bei Kilometer 28. Die Beine wollten nicht mehr so wie der Geist, Steigungen konnten von dort an nur noch gehend bewältigt werden. Das selbst gesteckte Ziel unter fünf Stunden zu bleiben, wurde um 15:04 Minuten verpasst. Trotz ausreichend Trainingskilometern in der Vorbereitung ist das Bergtraining wohl zu kurz gekommen. Anders sah es bei Tochter Svenja aus, denn sie hatte nur wenig Zeit zur Vorbereitung. Dreißig Jahre jung und mit einer soliden Grundfitness ausgestattet, ist sie den Marathon fast aus dem Stand heraus gelaufen. Dabei hat sie den Podiumsplatz in ihrer Altersgruppe um nur eine Minute verpasst. Auch hier wurde wieder einmal deutlich, dass der richtige Mindset entscheidend zur Leistungsfähigkeit beiträgt. Simone und Daniel haben wieder einen großen Beitrag in der Vorbereitung und Durchführung geleistet. Den zeitlich/ finanziellen Aufwand durch Trainingskilometer, Kurzurlaub usw. verlangt auch dem Partner einiges ab. Ohne deren Unterstützung wäre dieses Event so nicht umsetzbar gewesen. Für uns war es wieder etwas ganz Besonderes, auf das wir als „Segelyacht Germane Running Crew“ mit Stolz und Freude zurückblicken.









27.04.2026 Cuxhaven – Helgoland
Endlich ist es so weit, wir fahren ab! Die letzten Tage waren noch recht stressig, weil zur Abfahrt hin die Zeit immer knapper wurde. Alle möglichen Dinge müssen für mehrere Monate an Bord verstaut werden. Zuhause sollte alles geregelt sein, ohne etwas zu vergessen, was später Einfluss auf den Reiseverlauf haben könnte. Als wir Mittags bei Hochwasser in Cuxhaven die Leinen loswerfen und die Klappbrücke passieren, schwirren uns noch viele Gedanken durch den Kopf. Haben wir an alles gedacht? Bewährt sich die neu eingebaute Technik? Wird sich Bordhund Hans wieder an das Bordleben gewöhnen? Zumindest die Gedanken an die Technik werfen wir beim Passieren der Kugelbake, dem Wahrzeichen von Cuxhaven, über Bord. Ab hier beginnt die Nordsee und der neue Antrieb läuft fantastisch. Die Laufruhe hat sich enorm verbessert und wir dieseln die ersten Meilen unter Maschine dem ersten Etappenziel Helgoland entgegen. Die See ist ruhig und der Wind bläst mit 8 Knoten aus nordwestlicher Richtung. Als wir im „Lüchter Loch“ einen zum Wind segelbaren Kurs steuern können, setzen wir die Segel. Hoch am Wind segeln wir gemütlich durch die glatte See. Nach sechs Stunden laufen wir in den Helgoländer Südhafen ein und stellen fest, dass noch nicht alle Stege im Wasser sind. An den wenigen verbleibenden Plätzen liegen die Boote bereits im Päckchen. Wir legen uns seitlich an einen eigentlich verbotenen Platz am Steg, die Hafenmeisterei hat wohl vergessen das Verbotsschild aufzuhängen. 😉 Wie auch immer, vor dem langen Wochenende können wir uns sicherlich noch an einen besseren Liegeplatz verholen.
Hier werden wir bis zum 10.05. bleiben. In dieser Zeit werden wir die Natur genießen und die letzten Trainings für den anstehenden Marathon absolvieren. Am Donnerstag kommen Tochter Svenja, Daniel und Dalmatiner Karl. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit und das Familienevent „27. Gerolsteiner Helgoland Marathon“







