03.-06.06.2026 GRENAA – Insel ANHOLT, DK

Mit einem kurzen Stopp in GRENAA ging es weiter auf die Insel Anholt im Kattegat. Das Wetter war zwar ideal zum Segeln, dennoch hatten wir anfangs Zweifel Anholt anzulaufen. Der Walkadaver von Timmy sollte laut Presse noch vor Ort sein und fürchterlich stinken. Diese anfänglichen Zweifel stellten sich mit Ankunft jedoch als unbegründet heraus. Die Obduktion war bereits abgeschlossen und Timmys Reste in Container verladen. Der Strand war aufgeräumt und sauber, nur ein paar Baggerspuren im Sand ließen noch auf den Ort des Geschehens schließen.
Die Insel ist eine Wucht! Mitten im Kattegat gelegen ist sie mit einer Fläche von nur 22 Quadratkilometern eine echte Perle. Der kleine Hafen ist einfach anzulaufen und schön angelegt. Im Hafenführer hatten wir uns zuvor einen Steg mit nur 1,5m Wassertiefe ausgesucht, an dem längsseits festgemacht werden darf. Mit dem Vorteil unseres geringen Tiefgangs bei eingeklapptem Schwert, konnten wir uns in diese ruhige Ecke des Hafens fummeln. Sehr zum Erstaunen der anderen Crews, liegen wir nun mit unserem 40 Fuß Segler in exponierter Lage. Im Hafen gibt es einige kleine Restaurants, Kneipen, ein Lebensmittelgeschäft und das Sanitärgebäude. Alles ist sauber und schön angelegt. Sogar ein Grillplatz mit kostenlos zur Verfügung gestellten Gasgrills ist vorhanden. Unmittelbar an den Hafen schließt sich der kilometerlange Sandstrand an, der die gesamte Insel umspannt. Das Wasser ist kristallklar und schimmert durch die vorgelagerten Sandbänke türkisgrün. Auf den ersten Spaziergängen entlang des Wassers sind wir fast alleine. Nur ganz selten begegnen uns andere Menschen. Hans hat seine Freude und tobt durch das flache Wasser. Wir fühlen uns wie im Paradies, als wir den Strand ganz für uns alleine haben. Um die passenden Badesachen brauchen wir uns hier nicht zu kümmern. Einfach raus aus den Klamotten und rein ins Wasser, so kann es bleiben. Am nächsten Morgen bekommen wir vom Nachbarboot einen guten Tipp. Morgens um sieben gibt es fangfrischen Fisch vom Kutter. Für umgerechnet 18€ bekommen wir zwei Kilo Kaisergranat. Dabei handelt es sich um eine kleine Hummerart, die eine Größe von 15 – 24cm erreichen. Kurz gekocht und gepult schmecken sie fantastisch. Frischer geht es nicht. Auch das Lauftraining wird hier nicht zu kurz kommen, die ersten Strecken sind bereits eingelaufen. Passend dazu kam heute die Bestätigung, dass wir in der Startplatzlotterie für den COPENHAGEN MARATHON 2027 gezogen wurden. Wir werden die kommenden Tage also noch gut beschäftigt sein und unsere Zeit hier genießen. Wohin es von hier aus weiter geht, wissen wir derzeit noch nicht. Wir lassen uns einfach vom Wetter überraschen.














01.06.2026 EBELTOFT, DK

Heute ist Simones Geburtstag und den gilt es gebührend zu feiern. Mit zunehmendem Alter ändern sich auch die Prioritäten. Früher, also vor ca. 19 Jahren, wäre die heutige Art zu feiern schwer vorstellbar gewesen. Heute ziehen wir es vor, diese Tage unter uns, an einem schönen Ort und ohne viel Trubel zu genießen. Dazu sind wir von der schönen Insel SAMSØ in das 27 Seemeilen entfernte EBELTOFT gesegelt. Verlegen wäre hier der bessere Ausdruck, denn Segelwind hatten wir nur für eine Stunde. Den Rest der Strecke hat der Diesel geschoben. Der Hafen von EBELTOFT liegt gut geschützt in einer weitläufigen Bucht auf der östlichen Festlandseite Dänemarks. Bis in den kleinen Ort sind es 1,5 Kilometer, südlich an den Hafen grenzt ein Naturschutzgebiet mit Wald- und Wanderwegen. Die Gegend ist traumhaft. Auch hier gibt es die kilometerlangen und naturbelassenen Strände, an denen wir nur selten andere Menschen treffen. Keine Schranke mit Kassenhäuschen, an denen man seinen Obolus zu entrichten hat. Auch Verbotsschilder halten sich in Grenzen. Hier wird offensichtlich auf ein verantwortungsbewusstes Miteinander gesetzt und dies scheint zu funktionieren. Nur selten sehen wir einen liegengelassenen Hundehaufen oder Müll. Die Menschen hier sind freundlich und grüßen sich bei Begegnung. Es scheint an der Studie etwas dran zu sein, dass die Dänen weltweit zu den glücklichsten Menschen gehören. Wenn wir unsere letzten Reisen in der Ostsee Revue passieren lassen, sind wir mittlerweile bekennende Ostsee-Fans. So lange wir uns von den Schicki-Micki Hotspots und Charterbasen fernhalten, ist es für unsere Zwecke das derzeit beste Segelrevier. Zwischen den Office Tagen können wir hier ganz entspannt Reisen. Kein Warten auf die passende Tide, um dann mitten in der Nacht abzulegen. Das Wetter scheint in diesem Bereich auch stabiler zu sein als im Seegebiet der Nordsee. Unsere weitere Planung sieht vor, über GRENAA nach ANHOLT zu segeln, danach sehen wir weiter. Eilig haben wir es nicht, denn auf der Insel ANHOLT wurde der Kadaver von Timmy, Deutschlands bekanntestem Wal, angespült. Er liegt dort vor dem beliebtesten Strand der Insel und soll fürchterlich stinken. Durch die Fäulnisgase bestehe sogar Explosionsgefahr, heißt es. Wenn wir dort in der nächsten Woche ankommen, wird sich dies hoffentlich erledigt haben. Bis dahin genießen wir die Zeit an der Festlandseite und freuen uns auf unseren Laufrunden über das Privileg dies alles so machen zu können.








